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Allein im Dorf?

Es war wieder ein ereignisreicher Monat mit viel Neuem für mich. Ich bin alleine in die Stadt gefahren, habe ein paar neue Fähigkeiten erlernt und war zum ersten Mal allein im Dorf. In all dem habe ich Gottes Güte, sowie Seine reiche Gnade, Bewahrung und Versorgen erlebt.



Träumen

Ich höre zur Zeit die Predigtreihe “Future Church” (Zukunftsgemeinde) von John Mark Comer und bin total überwältigt. Er träumt von der Zukunft der Gemeinde im Westen. In der zweiten Predigt spricht er über Individualism und wie die Gemeinde eine Gemeinschaft von eng-verknüpften liebevollen Beziehungen sein soll. Psychologen sagen, es gibt 4 Dinge, die einen Menschen glücklich machen: Freunde, Familie, Beruf(ung) und Religion (eine Theologie oder Philosophie, die dem Leben, Tod und Leiden Sinn gibt). Individualismus in ihrer extremen Form verhindert alle vier! Comer sagt: “Was mit einer euphorischen Freiheit begann, endet mit einem Krieg zwischen Volksgruppen, der den Einzelnen zerdrückt, den es befreien wollte.” Millennials und Gen Z (meine Generation) ist die einsamste und am wenigsten vertrauendste Generation in der Amerikanischen [und ich würde sagen: Westlichen] Geschichte. Nur 13% von ihnen würden sagen, die meisten Menschen sind vertrauenswürdig. Im Vergleich dazu waren es 60-70% bei den Babyboomern. In Römer 12 finden wir 3 Gebote, wie wir als Christen in Gemeinschaft leben sollen: “einander zu vergeben, dass wir nicht Gott sind”, “in Liebe zuzuhören” und “zu bleiben”. David Brooks sagt: “Kulturwandel ist, wenn eine kleine Gruppe von Menschen einen besseren Weg zu leben findet und der Rest von uns sie nachahmt.” Comer träumt von der Gemeinde als eine Gegengesellschaft, wo Menschen sich wieder lieben und einander vertrauen und damit Gott anbeten.


Jede Menge Neues

Anfang des Monats durfte ich mit dem Motorrad nach Torit fahren (85 km und 3h einfach), um mich mit meinem ehemaligen Teamkollegen zu treffen. Es hatte zuvor viel geregnet, was das ganze spaßig und auch sehr ermüdend machte. Gott bewahrte mich auf der Straße und ich hatte tolle 2 Tage in Torit. Ich startete meinen Onlinekurs “Perspectives”. Wir sind mittlerweile in Woche 4 und es macht echt Freude. Es ist eine Menge Arbeit, aber ich habe schon jetzt so viel über Gott und Mission gelernt.

Viele Männer in Lopit flechten Grasmatten, Körbe und Hüte, wenn gerade nichts anderes zu tun ist. Ich wollte unbedingt lernen, wie man sowas macht - nicht nur weil es echt Spaß macht und ein nützliches Handwerk ist, sondern auch weil es mir hilft Beziehungen mit den Männern zu bauen. Ein guter Freund von mir bringt mir das gerade bei und ich mache Fortschritte. Mein ganzes Dorf ist beeindruckt, dass ich das kann und viele fragen mich, ob ich ihnen einen Korb flechte … klingt fast nach einem Nebengewerbe? :)

Mitte des Monats gingen meine 3 Teamkollegen nach Kenia für ein Leiterschaftsmeeting. Ich war zum ersten Mal alleine an einem Ort und war zunächst etwas ungewiss, wie das alles so laufen wird. Es stellte sich als eine richtig geniale Chance heraus. Es drängte mich dazu, einige Dienste zu übernehmen und somit Bibelarbeiten zu leiten, am Sonntag zu predigen und theologisches Training mit 2 Gemeindeleitern zu machen. Es hat außerdem meine Beziehungen im Dorf gefördert, da ich mich nicht mehr auf meine Teamkollegen verlassen konnte und selbst Entscheidungen treffen musste. Und natürlich war ich auch nicht allein im Dorf. Ich habe Nachbarn, ein paar Glaubensgeschwister und auch einige Freunde. Ich definitiv nie allein und viele Menschen haben sich gut um mich gekümmert. Es war eine tolle Zeit, aber ich freue mich auch, dass meine Teamkollegen wieder zurück sind.



Vereint in Christus

Doch was mich am meisten begeistert sind unsere verschiedenen Gemeindegründungen und generell, wie Gott hier am Werk ist. Als ich alleine war, habe ich Bibelarbeiten, Gottesdienste und das theologische Training weitergeführt und bin enorm ermutigt bei dem Fortschritt, den wir sehen. Einer der Leiter erzählte mir, dass sein Dorf einen Unterschied in seinem Leben sieht, seit er mit dem Training angefangen hat. Ich durfte auch einen lokalen Christen in einem anderen Dorf ermutigen, der selbst ganz alleine Jüngerschaftsgruppen leitet, Katechismusunterricht gibt und Gottesdienste hält. Wir durften uns bei den Treffen gegenseitig ermutigen. Und dann mein Höhepunkt: Anfang des Monats starteten wir etwas Neues. Einmal pro Monat treffen sich nun alle Lokalgemeinden in einem der Dörfer zum Gottesdienst. Und es war unglaublich genial! Obwohl es regnete waren wir 50 Leute, die sich in meiner kleinen Sitzecke versammelten. Wir hatten eine richtig gute Zeit gemeinsam Gott zu loben. Was für ein Bild für das Dorf. Wieso würdest du extra zu uns ins Dorf kommen? Weil wir zusammen Gottesdienst feiern wollen. Wir sind vereint, wir sind eins. Betet, das Gott weiterhin unter den Lopit wirkt und dass diese Einheit wie ein helles Licht auf einem Berg scheint, für alle Menschen sichtbar.




Neuste Videoprojekte

Letzte Woche ist das Inbound Video endlich online gegangen, das mein erstes Projekt für AIMStories war. Inbound ist das Einjahres-Programm, dass ich machen durfte, was ein toller Start in die Mission war. Schaut rein:



Dann habe ich noch ein Video vom Kinderprogramm meiner Teamkollegin gemacht. Carol fing an, den Vorschulkindern Lesen und Schreiben beizubringen, und während sie das tut, auch immer ein paar Bibelverse, Gebete und Lieder mit reinzubringen. Die Kinder lieben es und die Zahl wächst.




Wie geht's weiter?

Die letzten zwei Wochen waren geprägt von verschiedenen kleineren Krankheiten, infizierten Mückenstichen und einer Brandwunde an meinem Bein. Es hat mich sehr beeinträchtigt rauszugehen und mich zu bewegen. Bitte betet weiterhin für Gesundheit. Ich will weiterhin hart an meinem Perspectives-Kurs arbeiten und mich auch mehr auf Medien fokussieren. Wir haben viele gute Ideen und Möglichkeiten - betet für Weisheit, was dran ist. Vielen lieben Dank euch für all eure Gebete, eure Unterstützung und Ermutigung. Ich wünsche euch ein paar entspannte und schöne Weihnachtstage und hoffentlich einen guten Start in 2024 :)

Matze


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Betet für:

Dank:

- Dass ich meine Zeitschrift fertig machen und drucken durfte. Ich bekam schon viel gutes Feedback.

- Wie Gott seine Gemeinde unter den Lopit baut–für geistliches Wachstum, neue Bibelarbeiten und unsere Kinderstunde.

- Dass ich wieder fit bin und viel körperlich Arbeiten darf.

- Für gute Ideen im Bereich Medien und eine starke Vision.

Bitte:

- Für die Lopit. Obwohlk die Gemeinden wachsen, der Weg ist weit, die Arbeiter sind wenige und die kulturellen Anfeindungen sind stark.

- Für mehr Arbeiter, die uns in unserer Arbeit unterstützen–egal ob Einheimische oder Ausländer.

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